von Nadja Hillgruber
Manchmal entstehen Momente, die sich nicht planen lassen. Momente, in denen Raum, Geschichte und Erzählung auf eine Weise zusammenfinden, die lange nachhallen. Genau dies geschah am 30. und 31. Mai im Kapuzinerkloster Solothurn, als die NIK Messe erstmals zu einem besonderen Filmevent einlud.
Im historischen Kellergewölbe des über 450 Jahre alten Klosters entstand für zwei Tage ein kleines Kino – und doch war es weit mehr als ein Vorführraum. Die alten Mauern, das gedämpfte Licht und die ehrwürdigen Steinbögen schufen eine Atmosphäre, die kaum passender hätte sein können für den Dokumentarfilm The Nettle Dress. Das Gewölbe selbst schien die Geschichte aufzunehmen und weiterzutragen: eine Geschichte von Geduld, Handwerk, Naturverbundenheit und menschlicher Hingabe.
Mit seiner zutiefst persönlichen Reise nahm der englischen Textilkünstler Allan Brown die Besucherinnen und Besucher mit in eine Welt, die weit entfernt scheint, von der Geschwindigkeit des modernen Alltags. Aus wilden Brennnesseln entsteht Stoff, aus Trauer entsteht Schöpfung, aus Zeit und Hingabe entsteht etwas Bleibendes. Die deutschen Untertitel machten diese berührende Erzählung für alle zugänglich und liessen die eindrucksvollen Bilder und tiefen Emotionen des Filmemachers Dylan Howitt ihre volle Kraft entfalten.
Als die Besucherinnen und Besucher nach dem Film wieder aus dem Kellergewölbe hinauf ins Tageslicht traten, schien die Gegenwart für einen Moment stillzustehen. Viele waren tief bewegt, manche sprachlos. Die Geschichte hatte sie berührt – nicht laut, sondern leise und nachhaltig. Genau jene Art von Berührung, die lange nachwirkt.
Dabei fügte sich die Filmvorführung nahtlos in die Philosophie der NIK Messe ein: Von der Idee bis zum Produkt. Denn auch The Nettle Dress erzählt von einem Weg – vom Ursprung eines Materials bis zur Vollendung eines einzigartigen Werkes. Von Handarbeit, Kreativität und dem Respekt vor natürlichen Ressourcen.
Zum achten Mal verwandelte die NIK das geschichtsträchtige Kapuzinerkloster in eine Oase des Entdeckens mitten im Herzen Solothurns. Das gesamte Gelände mit seinen historischen Räumen und der weitläufigen Gartenanlage bot eine einzigartige Kulisse für rund 80 Produzentinnen und Produzenten aus den Bereichen Garten, Lebensmittel und Handwerk.
Zwischen Kräuter- und Gemüsebeeten, der Entenwiese und dem Buchenwäldchen luden Marktstände und Märethüsli zum Flanieren, Verweilen und Staunen ein. Im Inneren des Klosters eröffneten Kirche, Chor, Kreuzgang, Mariahöfli und Refektorium eindrucksvolle Ausstellungsräume, die Geschichte und Gegenwart miteinander verbanden. Selbst die Kirche wurde Teil dieses besonderen Marktplatzes der Ideen, der Kreativität und des Handwerks.
Die NIK Messe 2026 zeigte einmal mehr, wie lebendig nachhaltiges Schaffen sein kann. Die hochwertigen Produkte, die Leidenschaft der Ausstellenden und die einzigartige Atmosphäre des Klosters machten den Anlass zu einem Erlebnis für alle Sinne.
Und vielleicht war genau dies die schönste Erkenntnis dieses Wochenendes: Dass zwischen alten Klostermauern, handwerklicher Kunst und einer Geschichte aus Brennnesseln etwas entstanden ist, das weit über eine Filmvorführung hinausgeht – ein gemeinsamer Moment der Verbundenheit.
Nächste Filmvorführung am 17. Oktober 2026 im Stiftsgarten Bern







