Sommerfarben: Farbpigmente aus Pflanzen herstellen – Naturfarben entdecken

Wenn Pflanzen plaudern...
Mein Sommer beginnt mit einem kleinen Wunder.

Kurz vor meinem Naturfarben-Kurs Ende Juni  ist mir etwas gelungen, worauf ich lange gehofft hatte: Zum allerersten Mal konnte ich aus Pflanzen einen echten Farblack herstellen. Und als wäre das nicht schon aufregend genug, leuchtete er in einem intensiven, strahlenden Pink. Ich war völlig begeistert!

Dieses Erfolgserlebnis liess mich nicht mehr los. Den ganzen Sommer über verwandelte sich mein Garten in ein kleines Freiluftlabor. Überall fragte ich mich: Welche Pflanze verbirgt wohl noch eine Farbe in sich?

Ganz so einfach war es allerdings nicht. Die Farbpigmente wollten sich nicht einfach so aus der Färbeflotte lösen. Ich experimentierte, scheiterte, begann von vorne und wälzte meine Naturfarben-Bücher, die viele von euch aus meinen Kursen kennen. Neue Rezepte wurden ausprobiert, Mischungen verändert und wieder verworfen.

Dabei wurde es manchmal richtig spannend: Es sprudelte, qualmte, roch mal angenehm und mal weniger. Fast wie beim Kochen eines Gerichts, dessen Rezept nur vom Hörensagen überliefert wurde. Oft stundenlanges Recherchieren nach neuen Lösungen begleiteten meine Farbversuche. Offenbar gibt es in der Welt der Naturfarben noch so manches gut gehütete Geheimnis.
Aber genau das machte den Reiz aus und weckte meine Neugierde noch mehr.

Ich blieb dran, nahm mir Zeit und probierte weiter. Und plötzlich war das Rätsel gelöst. Von da an wurde nahezu jede interessante Pflanze aus meinem Garten auf ihr Farbgeheimnis getestet. Selbst die altbekannten natürlichen Ostereierfarben mussten beweisen, welche Pigmente in ihnen stecken.
Mit jedem gelungenen Versuch wuchs meine Begeisterung und die Fülle des Sommers schenkte mir viele bunte Farberlebnisse.

Am Ende meiner sommerlichen Entdeckungsreise standen 24 unterschiedliche Farbpigmente vor mir. Jedes ein kleines Naturwunder. Aus diesen Pigmenten entstand schliesslich der Farbkreis, den du hier siehst: 24 Farben, alle aus verschiedenen Blättern, Blüten, Wurzeln, Schalen und Rinden gewonnen.

Zuletzt ist mir auch blaues Pigment gelungen! Es ist kein Indigo, dass sein Farbgeheimnis gelüftet hat...

Jetzt halte ich nun feine Farbpigmente in den Händen – kostbare Naturfarben, die ich jederzeit wieder selbst herstellen und nachfüllen lassen. Sie lassen sich als Wasser-, Öl-, Aquarell- und sogar Siebdruckfarben verwenden.
Für mich ist das eine neue, faszinierende Welt der Naturfarben. Und ich freue mich schon jetzt darauf, diese Begeisterung mit euch zu teilen.

Und jetzt bist du dran …

Vielleicht fragst du dich gerade:
Wie gelingt es eigentlich, aus Pflanzen solche feinen Farbpigmente herzustellen? Und warum funktioniert es manchmal – und manchmal überhaupt nicht?
Genau diese Fragen haben mich den ganzen Sommer begleitet. Ich habe Fehler gemacht, neu begonnen, Rezepte verändert und schliesslich herausgefunden, worauf es wirklich ankommt.
Die Begeisterung für die Farblack-Herstellung hat mich nicht mehr losgelassen. Deshalb spiele ich mit dem Gedanken, einen eigenen Kurs rund um die Herstellung von der Pflanze zum Pigment anzubieten.
Darin würdest du Schritt für Schritt lernen, welche Pflanzen sich besonders eignen, wie aus der Färbeflotte echte Farbpigmente entstehen und welche kleinen Kniffe über Erfolg oder Misserfolg entscheiden.
Hättest du Freude an einem solchen Kurs?
Dann antworte mir einfach mit „Ja, ich bin dabei!“
Wenn sich genügend Interessierte melden, mache ich mich an die Planung und informiere dich als Erstes über den Kurs.

Welche faszinierenden Spuren die Pflanzen mit EcoPrint in meinem Freiluftlabor hinterlassen haben? Du darfst gespannt sein – mehr dazu gibt’s in meinem nächsten Blog!

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