Wilde Küche im Schulgarten – eine kulinarische Reise um die Welt
Am 27. September wurde der Schulgarten der Montessori Schule "Bildung mit Weitblick" Kreuzlingen zur „Wilden Küche“: Beim interkulturellen Kochworkshop kochten Familien und Erwachsene gemeinsam am offenen Feuer – ein Fest voller Düfte, Lachen und Begegnungen.
von Nadja Hillgruber
Das Wetter spielte mit, und so fand am 27. September im Schulgarten der Montessori Schule "Bildung mit Weitblick" in Kreuzlingen ein ganz besonderer Kochworkshop statt. Im Rahmen der Interkulturellen Woche Konstanz hiess es: „Integration geht durch den Magen“ – und das stimmte an diesem Tag in jeder Hinsicht.
Rund 20 Menschen, von Familien mit Kindern bis zu Erwachsenen, radelten voller Vorfreude zum Schulgarten. Dort wartete die „Wilde Küche“ – ein Ort, an dem gemeinsam geschnippelt, gelacht und über offenem Feuer gekocht wird. Schon bald klapperten die Messer, schwebten Löffel durch die Luft und mischten sich die Düfte der Weltküche mit fröhlichem Stimmengewirr.
Ein Fest für alle Sinne
Gemeinsam begaben wir uns auf eine kulinarische Weltreise. Den Auftakt machte Schottland: Mit Bannock-Brot, frisch am Feuer gebacken, starteten wir genüsslich. Danach ging es direkt in den sonnigen Süden – nach Spanien. Die Kinder hatten sichtlich Spass daran, Datteln in Speck zu wickeln und über dem Feuer knusprig zu braten. Warm verteilt, sorgten sie für viele glückliche Gesichter.
Von dort aus reisten wir weiter nach Marokko: Rote Paprika, Kartoffeln, Karotten, Zwiebeln und Knoblauch wurden vorbereitet und in vier Tajines geschichtet. Während die Töpfe in der Glut schmorten, erfüllte ein betörender Duft den Garten. Mit fluffigem Couscous serviert, schmeckte das Ergebnis einfach köstlich.
Doch damit nicht genug: Hoch hinauf in den Himalaya führte uns der Weg. Mit Hingabe falteten wir Teigtaschen mit vegetarischer Füllung, die in grossen Bambussieben im Wok dampften. Weiter nach Asien: Frisches Gemüse brutzelte im Wok – bunt, knackig und voller Aroma.
Schon fast satt? Nicht ganz – denn ein Dessert geht immer! Und so rundeten wir die Reise mit einer Rückkehr in die Schweiz ab: Goldbraune Öpfelchüechli aus der Gusseisenpfanne, bestreut mit Zimt und Zucker, liessen niemanden widerstehen. Dazu gab es frisch gebrühten Feuerkaffee und heissen Kräutertee.
Kochen verbindet – Menschen und Kulturen
Unter der Leitung von Nadja Hillgruber und den erfahrenen Feuerköchinnen Sophie Pestalozzi und Susan Konrad an ihrer Seite gelang jedes Gericht. „Kochen und Teilen verbindet – wir schafften Brücken zwischen Menschen, Kulturen und Lebensweisen“, fasste Nadja Hillgruber zufrieden zusammen.
Auch die Montessori Schule betonte den besonderen Geist des Ortes, der von allen Teilnehmenden bestaunt wurde. „Unser Schulgarten ist ein Ort voller Wärme, Respekt und Freude am Miteinander“, so Katrin Saffrin, pädagogische Leitung.
Begleitet von Hannah Hochstrasser, die internationale Lieder anstimmte, wurde nicht nur gekocht, sondern auch gesungen. Die gemeinsame Musik verlieh dem Tag Leichtigkeit und Freude – wie ein lebendiger stärkender Klangteppich zur kulinarischen Vielfalt.
Ein Märchen zum Nachdenken
Zum Abschluss gab es noch eine Geschichte: das usbekische Märchen „Die Teigpuppe“. Es erzählt von der Einsamkeit, die den Menschen krank machen kann – und von der Kraft der Gemeinschaft, die heilt und lebendig macht. Eine Botschaft, die perfekt zu diesem Tag passte: Denn hier wurde deutlich, wie sehr Essen, Erzählen und Miteinander uns bereichern.
So endete der Workshop nicht nur mit vollen Mägen, sondern auch mit vollen Herzen – ein fröhliches Fest der Begegnung, das sicher noch lange in Erinnerung bleibt.
Termine 2026































