Stell dir vor: Die Sonne übernimmt das Färben für uns! Ganz ohne Kochtopf, ohne Chemie, ohne viel Aufwand – dafür mit ganz viel Natur, Neugier und Freude.
Das Sonnenfärben ist eine herrlich einfache Methode, die sich wunderbar mit Kindern umsetzen lässt. Alles beginnt mit einem Sammelspaziergang im Sommer: Wir haben nur Pflanzen aus der Natur verwendet – Salbeiblätter, Blütenblätter von Sonnenblumen, Walnussschalen, Gelbholz und sogar Matetee. Diese Schätze der Natur haben wir in grosse Gläser gefüllt, die Tücher dazugelegt, Wasser aufgegossen und die Gläser gut verschlossen.
Jetzt heisst es: ab damit in die Sonne! Denn die Wärme der Sonnenstrahlen bringt die Farben zum Strahlen. Besonders bei den Walnussschalen sieht man schon nach wenigen Tagen erste Farbtöne, bei anderen dauert es mehrere Wochen – und das ist völlig in Ordnung. Die Geduld ist der einzige Schatz, den Kinder für dieses Natur-Experiment mitbringen müssen. Der Rest geschieht wie von Zauberhand.
Die Natur schenkt uns dabei Farben in unzähligen Schattierungen. Wolle, Seide oder Baumwolle – natürliche Fasern nehmen die Farbe besonders gut auf. Und das Ergebnis? So bunt und vielfältig wie ein Blumenstrauß im Spätsommer!
So funktioniert’s – die Anleitung zum Sonnenfärben
Mengenverhältnis
Die Menge an Pflanzenmaterial sollte ungefähr der Menge des zu färbenden Stoffes entsprechen. Wichtig: Der Stoff soll im Glas genug Platz haben, um sich gut zu bewegen.
Effekte und Muster
Wer Lust auf besondere Muster hat, kann den Stoff vor dem Färben abbinden oder verknoten – wie beim Batiken entstehen dadurch spannende Farbverläufe!
Glas befüllen und verschliessen
Je weniger Luft im Glas bleibt, desto geringer ist die Schimmelgefahr. Gläser gut verschliessen und draussen in die Sonne stellen – bei uns standen sie mehrere Wochen im Freien. Wenn die Sonne mal Pause macht, braucht das Färben einfach etwas mehr Zeit.
Beobachten, drehen, staunen
Während der Färbezeit haben wir die Gläser regelmäßig bewegt: mal auf den Kopf gestellt, mal geschüttelt, mal gerollt. Am spannendsten war es, genau hinzuschauen – was verändert sich? Welche Farbe entwickelt sich zuerst?
Gärung erlaubt!
Wenn das Glas ein wenig zu gären beginnt, ist das kein Fehler – sondern ein ganz natürlicher Teil des Pflanzenfärbeprozesses. Falls nötig, vorsichtig etwas Druck ablassen.
Färbung beenden und auswaschen
Wann das Färben abgeschlossen ist, entscheidet ihr! Wir haben unsere Gläser vier Wochen in der Sonne stehen lassen. Danach haben wir die Stoffe im Freien herausgenommen und so lange gespült, bis das Wasser klar war.
Ergebnisse zum Staunen
Und dann kam der grosse Moment: unsere Tücher nach dem Sonnenbad!
Sind sie noch feucht– glänzen sie, frisch und intensiv.
Sobald die Tücher getrocknet sind, zeigt sich die volle Farbenpracht.
Das braune Tuch wurde mit Walnussschalen gefärbt.
Das strahlend gelbe Tuch mit Blütenblättern der Sonnenblume und Gelbholz. Das geheimnisvoll grünlich schimmernde Tuch bekam seine Farbe von Salbeiblättern und Matetee.
Herbstsonne, Wintersonne – Farbzauber zu jeder Zeit
Wie stark ist die Sonne im Herbst? Oder sogar im Winter? Das könnt ihr gemeinsam mit Kindern erforschen! Besonders spannend ist das für Kinder, die mit der Waldspielgruppe regelmäßig draussen unterwegs sind – jede Woche gibt’s etwas Neues zu entdecken.
Und was eignet sich eigentlich alles zum Färben? Auch das könnt ihr gemeinsam herausfinden – beim Spazierengehen, beim Beobachten der sich färbenden Blätter oder beim Tasten durch die Herbstnatur. Sonnenfärben ist nicht nur bunt – es steckt voller kleiner Wunder!






